Der Historiker Noah Businger zeigt, wie der Sportfischerverein Obwalden den Melchsee ab 1938 systematisch bewirtschaftete und gemeinsam mit Hoteliers den Fischereitourismus förderte. Die landschaftliche Schönheit wurde dabei nicht nur zum Naturerlebnis, sondern auch zu einer wirtschaftlich nutzbaren Ressource. Intensive Besatzprogramme, Werbung und die Zusammenarbeit mit dem Gastgewerbe machten den Bergsee zu einem beliebten Ziel für Sportfischer aus der ganzen Schweiz.
Gleichzeitig verdeutlicht die Untersuchung, dass Landschaft stets verschiedenen Interessen ausgesetzt ist. Der Bau des Kraftwerks in den 1950er-Jahren, Konflikte zwischen Tourismus, Fischerei und Energiegewinnung sowie der Wandel der Landschaftswahrnehmung zeigen, wie eng Natur, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verflochten sind. Der Beitrag zeichnet nach, wie sich das Bild des Melchsees über Jahrzehnte verändert hat – vom wirtschaftlich genutzten Tourismusmagneten hin zu einem Ort, an dem heute Natur- und Landschaftsschutz stärker in den Vordergrund rücken.
Dieser Beitrag ist Teil des Buches «Am Wasser, fürs Wasser», welches zum 100 (& 11)-jährigen Bestehen des Fischereivereins Obwalden erschien. Es beinhaltet 13 Beiträge zur Vereinsfischerei in Obwalden und deren Wandel. Historische Beiträge handeln unter anderem vom frühen Engagement des Vereins für den Gewässerschutz. Zudem wird mit Reportagen von Romano Cuonz das heutige Vereinsleben portraitiert. Das Buch ist an folgenden Orten erhältlich:
- Buchhandlung Bücher Dillier, Sarnen
- Fischerparadies Lungern, Lungern
- Laden Tutti Frutt, Melchsee-Frutt
- Online im Webshop der von Ah Druckerei